„Kanye Feel The Love Tonight?”

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Es war auf einer dieser berüchtigten Partys (FSK 16), kurz vor Mitternacht. Die Stimmung fand ihren Höhepunkt, die Einen lagen in der Ecke, die Anderen lagen auf jemandem in der Ecke. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht all zu viele Bekanntschaften mit festen, flüssigen oder feuchten Gegenständen gemacht habe, nahm ich auf der Couch Platz und lauschte dem Würgen, Stöhnen, Kotzen und Scratchen.
Als ich gerade einen meiner Mitschüler beobachtete, der wie eine aufblasbare Sexpuppe, die gerade eine 10-Stunden-Schicht hatte, in der Ecke lag, passierte es: ich bemerkte, wie mich jemand anstarrte. Ich bewegte meinen Kopf vorsichtig nach links und erblickte zwei riesengroße, leuchtende Membranaugen, die mich aus einer Lautsprecherbox heraus anstarrten, natürlich celebritytypisch hinter „Schaumstoff“-Brillengläsern. Es war Kanye, das merkte ich sofort. Eh ich mich versah, fing er an zu reden oder vielmehr zu rappen.
Und es dauerte nur wenige Sekunde bis mir klar wurde: „Ich will Sex mit Kanye!“
Doch gleich hier und jetzt, zwischen Gummipuppen, dem Kotz-Everest,
der 8. Staffel Walking Dead und denjenigen, die morgen wieder meinen:
„Ich kann mich an gar nichts erinnern…“ (Tja, Mark, Dustin, Chris und Eduardo, Kevin und Mike, Robert und Evan, können es leider. Immer und immer wieder.) – äh, nein, definitiv nicht!
Also vertagen wir das Schäferstündchen.
Das Wochenende stand vor der Tür und ich schrieb einen Einkaufszettel für „Das erste Mal mit Kanye“:
1. Ein Stringtanga aus der „The life of Pablo“-Serie (My dig feels like Pablo…)
2. Ein Poster von den Pet Shop Boys „Go West!“
3. Ein Türschild: „Bitte nicht stören! Das Zimmer morgen wieder aufräumen.“
4. Eine Mitschülerin (falls ausverkauft, ihre Mutter, ansonsten geht auch die Lehrerin…)
5. Mundspray mit Bourbon-Vanillegeschmack.
Ich hatte Glück, ich habe alles bekommen, auch die Mitschülerin war vorrätig und bereit.

Wir gingen in mein Zimmer, der Bourbon-Vanilleduft lag in der Luft und in meiner Luftröhre. Ich drückte auf „Play“ und Kanye war da. Meine Mitschülerin riss sich die Klamotten vom Leib und sprang mich an.
Ich dachte nur: „Kanye, bist du es wirklich?“ Wir fielen aufs Bett und Kanye legte richtig los. Jedes seiner Worte war wie eine Patrone, abgefeuert aus einer goldenen Kalaschnikow, natürlich unzensiert direkt über „Kim und Korn“, und traf mich direkt ins Herz. Meine Mitschülerin griff nach meinem Mikrofon und fragte: „Hast du ein Gummi?“ Ich antwortete wie aus der Pistole: „Nein, aber Yeezys!“ Sie strahlte und erwiderte: „OK!“
Es ging zur Sache, Kanye schrie: „Stronger!“
Nun von hinten, ich lief ums Bett herum, Kanye schrie: „Jesus Walks!“
Meine Mitschülerin stöhnte, als würde ein Megafon in ihrer Vagina stecken, Kanye auch „We Don’t Care!“
Was wohl meine Nachbarn gerade denken? „See You In My Nightmares!“
„STOP!“ Ich gebe meiner Mitschülerin jetzt mal einen Namen, dadurch wird es etwas persönlicher. Nennen wir sie einfach „Taylor“, so als Arbeitstitel…
Also, Taylor saß mittlerweile wieder auf mir drauf und bewegte sich wild umher,
das ganze Bett glich einer Schiffsschaukel, Kanye schrie „Waves!“ und ich hatte den Überblick völlig verloren „Verdammt, wo ist Westen?“ Auch Taylor schrie, scheinbar wollte sie gleich kommen, sie riss die Hände in die Höhe, als würde sie nach den Sternen greifen, genau wie Kanye „Touch The Sky!“
„Jaaa, jaaa…“ Taylor ist gekommen, Kanye auch „Homecoming!“
Dann war das Konzert zu Ende…

Doch Kanye wollte scheinbar noch eine Zugabe geben. Der Typ hat aber auch eine „Power!“
Also schnappte ich mir Taylor und drückte ihren Körper heftig gegen die Wand.
Nach weiteren „FourFiveSeconds!“ fiel Rihanna, äh, Taylor erschöpft auf mich drauf und Kanye anwortete cool und so gar nicht aus der Puste „All Falls Down!“ Wir lagen Arm in Arm und Ohr an Ohr und ich dachte nur „Good Life!“ Kanye schien das anders zu sehen und gab „Gold Digger“ zum Besten, ich zuckte kurz zusammen und dachte „Ist der Typ jetzt wirklich eifersüchtig? Auf Taylor?“
Ich schaute lässig zu meiner Boombox rüber: „Ich kann dich beruhigen Kanye, du bist einmalig, dir kann keiner den Moët reichen.“ „I Love Kanye!“
Plötzlich ging die Zimmertür auf, das Licht sprang an „All Of The Lights!“ und meine Mutter kam herein.
Ich lächelte sie an, Taylor schnappte sich ihre Unterwäsche und rannte davon „Runaway!“, Kanye, ganz der Gentleman, ergriff das Wort: „Hey Mama!“
Und so endete mein erster Sex mit Kanye.
Wie ich mich danach fühlte? Definitiv „Famous!“